Ausbildungsleiterin

Nachgefragt bei Anja Petzold (bluechip Computer AG)

Wie wichtig ist es, dass sich Schüler vor der Bewerbung mit Ihrem Wunschberuf und mit dem Unternehmen befasst haben? Stichwort Praktikum.
Auf jeden Fall sollten sich die Schüler Informationen über das Unternehmen einholen, zum Beispiel über die Homepage. Natürlich sollten sie auch wissen, für welchen Beruf sie sich bewerben, was dieser beinhaltet und was man mit der Ausbildung anfangen kann. Vorab sollte man sich auch zum Standort der Berufsschule informieren, da diese nicht immer in der Nähe liegt. Ein Praktikum ist natürlich nützlich, vor allem für den Schüler selbst, um sich ein Bild zu den Aufgaben und dem Unternehmen bzw. zu den Kollegen zu machen. Andererseits vermittelt der Schüler auch einen Eindruck von sich und seiner Motivation, was einen Vorteil verschaffen kann.
Wie wichtig sind Ihnen die Schulnoten tatsächlich und welche Rolle spielen praktische Erfahrungen oder Hobbys?
Schulnoten spielen durchaus eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige. Praktische Erfahrungen und Hobbys sind gerade bei unseren IT-Berufen sehr wichtig und für uns ein wesentliches Entscheidungskriterium. Es ist immer von Vorteil, wenn man als angehender IT-System-Elektroniker schon einmal einen PC von innen gesehen hat oder als Anwendungsentwickler sich in der Programmierung ausprobiert hat.
Wie bewerten Sie die Motivation eines Bewerbers, wenn dessen Bewerbungsunterlagen nicht ganz den Erwartungen entsprechen?
Der Schüler muss sich schon darüber im Klaren sein, dass die Bewerbung der Türöffner für ein Vorstellungsgespräch ist. Wenn also die Chance verwehrt bleibt, Motivation und Begeisterung in einem persönlichen Gespräch zu schildern, wird das Ausbildungsunternehmen nie davon erfahren. Es macht also Sinn, die Bewerbungsunterlagen gewissenhaft zu gestalten und im Anschreiben bereits ein paar persönliche Aspekte zur Motivation bzw. zur Berufswahl zu nennen. Das kann dann im Zweifelsfall auch ein nicht ganz ideales Zeugnis ausgleichen.

Können Sie uns einen Einblick in den Auswahlprozess geben? Spielt dabei auch das Bauchgefühl eine Rolle?
Der Auswahlprozess beginnt mit dem Sichten von Bewerbungen. Je nach Ausbildungsberuf beziehe ich jeweils ein bis zwei Kollegen aus dem entsprechenden Fachbereich mit ein, mit denen ich dann auch gemeinsam das Vorstellungsgespräch führe. Bei den Bewerbungsunterlagen achten wir auf die Gestaltung der Unterlagen, wie zum Beispiel auf einen lückenlosen und schlüssigen Lebenslauf, und auf vollständige Zeugnisse. Bei den IT-Berufen haben die Zensuren in Mathe und Physik einen hohen Stellenwert, von den Kaufleuten werden gute Noten in Mathe und Deutsch erwartet. Im Lager ist neben Mathematik die Note in Sport einen Blick wert, da es sich hier um einen körperlich anstrengenden Beruf handelt. Darüber hinaus ist es immer hilfreich, auch Praktikumsbeurteilungen anzufügen, hier lassen sich die Stärken sehr gut ableiten. Wenn dann noch das Anschreiben, ausgerichtet auf den jeweiligen Beruf, überzeugt, steht einer Einladung zum Vorstellungsgespräch nichts im Wege. Im Gespräch nutze ich einen Fragenkatalog, um eine Vergleichbarkeit zu schaffen. Am Ende ist auch immer ein wenig Bauchgefühl dabei. Um unsere Vorauswahl abzusichern, arbeiten wir in den kaufmännischen und in den IT-Berufen mit einem Einstellungstest. Das ist eine Mischung aus schriftlichen und praktischen Aufgaben, zum Teil im Rahmen von Gruppenauswahlverfahren. Im Lager können die Bewerber bei einem Praktikum überzeugen.
Gibt es etwas, das Sie von der jüngeren Generation lernen, obwohl Sie in Ihrer Funktion als Ausbildungsleiterin bereits richtig viel Berufs- und Lebenserfahrung haben?
Durch meine Arbeit mit den Auszubildenden lerne ich jeden Tag dazu. Das beginnt beim Umgang mit sozialen Medien und technischen Hilfsmitteln, wobei die Azubis voneinander lernen und mich mit einbeziehen. Wie man einen Hotspot gibt, habe ich vor einigen Jahren während einer Bewerbermesse von einem Azubi erfahren. Auch die Herangehensweise an Arbeit und Beruf ist in der jüngeren Generation eine andere, was mir einen anderen Blickwinkel verschafft.
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