Personalreferentin für Ausbildung und Recruiting

Nachgefragt bei Julia Wild (KOBRA Formen GmbH)

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die Bewerber für einen Ausbildungsplatz mitbringen sollten?
Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit stehen bei mir ganz oben auf der Liste. Natürlich stellt man sich in seiner Bewerbung immer bestmöglich dar, aber die Angaben sollten schon der Wahrheit entsprechen. Zuverlässigkeit zeigt sich beispielsweise in der Einhaltung von Terminen für das Kennenlerngespräch, denn auch wir nehmen uns Zeit und bereiten uns auf die Gespräche vor. Wenn dann niemand erscheint bzw. die Bewerber unpünktlich sind, macht das keinen guten ersten Eindruck. Natürlich sollten die Bewerber aber auch Interesse an dem Beruf mitbringen, für den sie sich entschieden haben. Sich für einen Ausbildungsplatz zu entscheiden, nur weil zum Beispiel die Eltern den gleichen Beruf ausüben, ist keine gute Voraussetzung für eine gelungene Ausbildung.
Wie wichtig sind Ihnen die Schulnoten tatsächlich und welche Rolle spielen praktische Erfahrungen oder Hobbys?
In unserem Auswahlprozess spielen praktische Erfahrungen und Hobbys der Bewerber eine wichtige Rolle. Bewerber, die zu Hause mit Freude an Mopeds oder Fahrrädern schrauben oder anderen handwerklichen Tätigkeiten nachgehen, bringen gute Voraussetzungen für eine Ausbildung im Metallbereich mit. Schulnoten sind natürlich wichtig, aber nicht jeder lernt gleich und nicht jeder ist für die Schule gemacht. In einem Kennenlerngespräch machen wir uns gern ein persönliches Bild von den Bewerbern, sprechen auch über die Noten und schreiben mit ihnen einen Einstellungstest. Oft wurden wir bereits positiv überrascht, da die Bewerber im Test und im Gespräch viel besser waren, als es das Zeugnis vermuten ließ.
Wie wichtig ist es, dass sich Schüler vor der Bewerbung mit Ihrem Wunschberuf und mit dem Unternehmen befasst haben? Stichwort Praktikum.
Praktika sind meiner Meinung nach das A und O der Berufsorientierung. Ich finde es wichtig, dass sich Schüler und Schülerinnen in ihrem Wunschberuf oder in mehreren Bereichen ausprobieren. Einerseits, um die eigenen Vorstellungen zu festigen, andererseits, um bestimmte Berufe ausschließen zu können. Es ist sehr schade, wenn man in der zweiten Woche der Ausbildung feststellt, dass man sich das eigentlich ganz anders vorgestellt hat bzw. dass man gewisse Voraussetzungen für den Beruf nicht mitbringt.

Welche Bedeutung hat für Sie die persönliche Einstellung eines Bewerbers?
Die Einstellung der Bewerber ist sehr wichtig. Wenn wir im Gespräch feststellen, dass Jemand unvorbereitet ist, keine Lust hat, bei uns zu sein, oder nur da ist, weil die Eltern gesagt haben: „Bewirb dich da!“, dann sind das meistens schlechte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung.
Wie würden Sie als Arbeitgeber reagieren, wenn jemand keine perfekte Bewerbungsmappe, dafür aber richtig viel Motivation mitbringt?
Was zeichnet die perfekte Bewerbungsmappe aus? Die meisten Bewerbungen kommen inzwischen per E-Mail bzw. über unser Bewerberportal und sehen in der Regel ziemlich gleich aus. Fehlen in der Bewerbung Angaben oder Dokumente, fragen wir vor dem Kennenlerngespräch nach, ob uns die fehlenden Unterlagen nachgereicht werden können. So merken wir auch, wie es um die Motivation des Bewerbers bestellt ist. Wenn wir auf unsere Anfragen keine Antwort bekommen, sagt das sehr viel über die Motivation aus. Werden die fehlenden Unterlagen hingegen zeitnah nachgereicht oder der Bewerber ruft gleich zurück, wissen wir, dass er oder sie wirklich Interesse an unserem Unternehmen hat und sich auch bei uns vorstellen möchte.
Ein Vorstellungsgespräch ist für jeden Schüler eine völlig neue Situation. Welche Tipps können Sie geben, um sich darauf vorzubereiten?
Ich mag den Begriff „Vorstellungsgespräch” nicht. Wir laden Bewerber zu einem Kennenlerngespräch ein. Denn darum geht es doch: Wir wollen uns gegenseitig kennenlernen. In diesen Gesprächen geht es schon lange nicht mehr darum, die Schüler auszuhorchen oder Standardfragen zu stellen. Für uns ist es wichtig, dass die Schülerin bzw. der Schüler weiß, wo sie bzw. er sich bewirbt, und sich mit dem Ausbildungsberuf auseinandergesetzt hat. Zur Vorbereitung sollte man sich genug Zeit für das Gespräch nehmen, sich noch einmal kurz über das Unternehmen und den angestrebten Ausbildungsberuf informieren, die eigene Bewerbung noch einmal durchlesen und sich Gedanken darüber machen, wie man die Angaben darin im Gespräch vielleicht ergänzen könnte. Wenn in der Bewerbung unter Hobbys „Fußball“ steht, ist das Kennenlerngespräch eine gute Gelegenheit zu erwähnen, dass man Kapitän der Mannschaft ist, sich im Nachwuchsbereich engagiert oder einfach gern im Team zusammenspielt. Auch auf eine schlechte Note im Zeugnis kann man im Kennenlerngespräch nochmal eingehen und die Hintergründe erläutern. Wichtig ist auch, die Kleidung für das Gespräch so auszuwählen, dass man sich wohlfühlt. Anzug und Krawatte wären bei uns zu viel des Guten, bauchfrei im wahrsten Sinne des Wortes etwas zu wenig. Für uns ist es vollkommen ausreichend, wenn die Schüler ordentlich angezogen sind. Wichtig ist, dass wir ein authentisches Bild von den Bewerberinnen und Bewerbern bekommen, denn wir haben nur kurz Zeit, um sie kennenzulernen.
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