Nachgefragt bei Maren Hopfe (Stahlwerk Thüringen GmbH)
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Eigenschaften, die Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz mitbringen sollten?
Interesse, Begeisterungsfähigkeit, Motivation sowie Teamfähigkeit sind einige wichtige Eigenschaften,
neben guten Schulnoten in den für den Ausbildungsberuf notwendigen Schulfächern natürlich.
Welche Fehler im Bewerbungsprozess sehen Sie immer wieder und wie kann man diese vermeiden?
Viele Bewerber beschäftigen sich nicht mit dem Ausbildungsberuf, den sie erlernen wollen,
oder informieren sich nicht über das Unternehmen, bei dem sie sich bewerben.
Wir erleben es häufig, dass uns Bewerber im Vorstellungsgespräch nichts über unser Unternehmen erläutern können,
etwa zum Produktionsprozess oder zu unseren Produkten. Doch gerade damit kann man punkten.
Wie würden Sie als Arbeitgeber reagieren, wenn jemand keine perfekte Bewerbungsmappe, dafür aber richtig viel Motivation mitbringt?
Eine Bewerbungsmappe muss nicht perfekt sein, sie sollte jedoch alle aussagekräftigen Informationen
und Dokumente enthalten. Dazu gehört beispielsweise ein aktuelles Zeugnis, beidseitig kopiert,
und Beurteilungen zu den absolvierten Praktika.
Können Sie uns einen Einblick in den Auswahlprozess geben? Spielt dabei auch das Bauchgefühl eine Rolle?
Bis zum Ende der Bewerbungsfrist - bei uns ist das der 31. Dezember - werden alle eingehenden Bewerbungen gesammelt. Danach laden wir zu einem zweitägigen Orientierungspraktikum ein, wo sich die Bewerber ausprobieren und genauer über ihren gewählten Ausbildungsberuf und unsere Ausbildungsabläufe informieren können. Natürlich schauen wir als Unternehmen, ob entsprechendes Interesse sowie Geschick und Motivation der Bewerber vorhanden sind. Im Anschluss findet eine Vorauswahl statt. Die Bewerber werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wo sie sich unseren Fragen stellen. Vor allem schauen wir, wie gut hat sich jeder Bewerber informiert hat. Das Vorstellungsgespräch führen gemeinsam mit mir erfahrene Kollegen aus den Fachabteilungen sowie unsere Jugend- und Ausbildungsvertretung. Hierbei können wir uns auf unsere Fachkenntnisse, aber auch auf unsere Menschenkenntnis verlassen.
Wie haben digitale Werkzeuge und die Möglichkeit von Homeoffice die Erwartungen und Ansprüche von Schülern und Azubis verändert? Welche Trends beobachten Sie in diesem Bereich?
Unsere Hauptausbildungsberufe sind im gewerblich-technischen Bereich, so dass Homeoffice kein Thema ist. Einige Erwartungen können wir aber garantiert erfüllen: Unsere Auszubildenden erhalten alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung, unter anderem auch Laptops und IPads, wenn dies notwendig ist.
Gibt es einen Karriere-Tipp, den Sie sich - basierend auf Ihrem heutigen Wissen - rückblickend selbst als Schüler gern gegeben hätten?
Definitiv! Auch wenn viele Dinge zunächst interessanter und wichtiger erscheinen als die Schule, ein guter Schulabschluss ist wichtig, um berufliche Träume zu verwirklichen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.












