Bei der Wahl des richtigen Berufsweges stehen junge Menschen oft vor der Entscheidung, ob sie eine duale oder eine schulische Ausbildung absolvieren möchten. Beide Wege führen zu einem Berufsabschluss, unterscheiden sich jedoch in verschiedenen Merkmalen erheblich.
Die duale Ausbildung – auch betriebliche Ausbildung genannt – ist die bekannteste Form der Berufsausbildung. Sie findet im Betrieb, mit dem der Ausbildungsvertrag geschlossen wurde, und in der Berufsschule statt, wobei die Lerninhalte entweder im Wechsel oder im Blockmodell vermittelt werden.
Das Besondere an der dualen Ausbildung ist der hohe Praxisanteil. Die Auszubildenden arbeiten direkt im Betrieb und sammeln dort praktische Erfahrungen, die sie im Unterricht in der Berufsschule vertiefen. Oder andersrum betrachtet: Das in der Theorie Erlernte können sie direkt in der Praxis ausprobieren und anwenden.
Ein weiterer Vorteil ist die Vergütung. Auszubildende erhalten monatlich ein Gehalt, was ihnen finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht. Die duale Ausbildung eignet sich für eine Vielzahl von Berufsfeldern, darunter Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistungen.
Die Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Beruf, meist wird jedoch ein Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss verlangt. Das Ziel ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, beispielsweise als Mechatroniker, Maurer, Koch oder Kaufmann im Einzelhandel.
Im Gegensatz dazu ist die schulische Ausbildung vor allem theoretisch orientiert. Sie findet an Berufskollegs, Fachoberschulen oder Berufsfachschulen statt und ist meist auf bestimmte Fachrichtungen wie Pflege, Sozialwesen, Gestaltung, Fremdsprachen oder Technik spezialisiert.
Die praktische Erfahrung wird hier lediglich durch Praktika ergänzt, denn der Praxisanteil im Unterricht ist deutlich geringer. Schulische Ausbildungen sind in der Regel unbezahlt, manchmal fällt sogar Schulgeld an.
Für den Zugang ist meist ein mittlerer Schulabschluss oder sogar das Abitur erforderlich. Das Ziel ist häufig ein Berufsabschluss, der den Einstieg in bestimmte Berufsfelder ermöglicht, oder die Vorbereitung auf weiterführende Qualifikationen und Studiengänge.
Kurz gesagt:
Die duale Ausbildung bietet Praxis und Gehalt – ideal für alle, die direkt ins Berufsleben starten möchten und praktische Erfahrungen sammeln wollen.
Die schulische Ausbildung ist eher theorielastig, oft ohne Gehalt, aber sie kann Türen in spezielle Berufsfelder öffnen und ist eine gute Wahl für diejenigen, die eine fundierte theoretische Grundlage suchen oder weiterführende Qualifikationen anstreben.
Für eine bessere Orientierung sind im Folgenden die
wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten
gegenübergestellt.
| Merkmal | Duale Ausbildung | Schulische Ausbildung |
|---|---|---|
| Ort der Ausbildung |
Ausbildungsbetrieb und Berufsschule (abwechselnd oder im Blockmodell) |
Berufskolleg, Fachoberschule, Fachakademie oder Berufsfachschule |
| Dauer | 2 – 3,5 Jahre | 1 – 3 Jahre |
| Vergütung | Ja: Auszubildende bekommen ein monatliches Gehalt | Nein: meist unbezahlt, manchmal sogar Schulgeld nötig |
| Praxisanteil | Sehr hoch durch die direkte Arbeit im Ausbildungsbetrieb | Eher gering, Praxiserfahrungen nur durch ergänzende Praktika |
| Berufsfelder | Handwerk, Industrie, Handel, Gastronomie, Dienstleistung, usw. | Pflege, Sozialwesen, Gestaltung, Fremdsprachen, Technik, usw. |
| Zugangsvoraussetzungen | Je nach Beruf: Haupt- oder Realschulabschluss, auch Abitur | Oft mittlerer Schulabschluss oder Abitur |
Ort:
Ausbildungsbetrieb & Berufsschule
(Wechsel- oder Blockmodell)
Dauer:
2 – 3,5 Jahre
Vergütung:
Ja, monatliches Gehalt
Praxisanteil:
Sehr hoch durch Arbeit im Betrieb
Berufsfelder:
Handwerk, Industrie, Handel, Gastronomie,
Dienstleistungen
Zugang:
Haupt- oder Realschulabschluss, auch Abitur
Ort:
Berufskolleg, Fachoberschule, Fachakademie
oder Berufsfachschule
Dauer:
1 – 3 Jahre
Vergütung:
Nein,
oft ohne Gehalt,
teilweise Schulgeld
Praxisanteil:
Gering, hauptsächlich durch Praktika
Berufsfelder:
Pflege, Sozialwesen, Gestaltung,
Fremdsprachen, Technik
Zugang:
Meist mittlerer Schulabschluss oder Abitur
Egal, welchen Weg jeder Einzelne für sich wählt: Wichtig ist, die eigenen Interessen und Fähigkeiten darin wiederzufinden. Begleiten Sie Ihre Kinder mit diesem Wissen.
