Keine Ausbildung gefunden – wie weiter?

Was sind Alternativen, wenn mein Kind nicht gleich den passenden Ausbildungsplatz findet?

Wenn Ihr Kind derzeit keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, ist das zwar bedauerlich, aber keineswegs das Ende der beruflichen Perspektiven. Es gibt eine Vielzahl an Alternativen, die sowohl als sinnvolle Überbrückung dienen als auch langfristig die Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben erhöhen können. Im Folgenden finden Sie verschiedene Möglichkeiten, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in Betracht ziehen können.

1. Schulische Bildung und Weiterbildung

BERUFSVORBEREITUNGSJAHR (BVJ)

Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz und keinen Schulabschluss haben und noch der Schulpflicht unterliegen, absolvieren ein Berufsvorbereitungsjahr. Es ist ein schulischer Bildungsgang, der in einem oder in mehreren Berufsfeldern auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorbereitet. Das BVJ beinhaltet manchmal auch ein Praktikum außerhalb der Schule. Es wird allerdings nicht auf eine spätere Ausbildung angerechnet.

BERUFSFACHSCHULEN (BFS)

Berufsfachschulen bieten eine vollschulische Bildung, in der sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse in einem bestimmten Berufsfeld vermittelt werden. Je nach Bundesland und Schwerpunkt können hier auch berufliche Grundqualifikationen erworben werden, die auf eine anschließende Ausbildung vorbereiten.

FACHOBERSCHULE (FOS)

Für Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss kann der Besuch einer Fachoberschule eine Möglichkeit sein, die Fachhochschulreife zu erwerben. Dies eröffnet den Zugang zu einem Studium an einer Fachhochschule und verbessert auch die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.

BERUFLICHES GYMNASIUM

Wenn Ihr Kind über einen qualifizierten mittleren Schulabschluss verfügt, besteht die Möglichkeit, ein berufliches Gymnasium zu besuchen. Dort wird neben der allgemeinen Hochschulreife auch ein berufsbezogener Schwerpunkt vermittelt.

2. Übergangsmaßnahmen

BERUFSVORBEREITENDE BILDUNGSMASSNAHMEN (BVB)

Diese Maßnahme wird von der Agentur für Arbeit angeboten und richtet sich an Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Ziel ist es, berufliche Orientierung zu bieten, schulische Defizite auszugleichen und den Übergang in eine Ausbildung zu erleichtern.

BERUFSEINSTIEGSBEGLEITUNG

Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter unterstützen Jugendliche individuell bei der Ausbildungsplatzsuche, der Bewerbung und während der ersten Monate einer möglichen Ausbildung. Dieses Angebot wird ebenfalls über die Agentur für Arbeit oder kooperierende Träger organisiert.

EINSTIEGSQUALIFIZIERUNG (EQ)

Die EQ ist ein betriebliches Langzeitpraktikum (in der Regel 6 bis 12 Monate), das Jugendlichen eine berufliche Grundbildung vermittelt. Viele Unternehmen nutzen die EQ als „Schnupperphase“ vor einer Ausbildung, mit anschließender Übernahmemöglichkeit.

3. Freiwilligendienste

FREIWILLIGES SOZIALES JAHR (FSJ) / FREIWILLIGES ÖKOLOGISCHES JAHR (FÖJ) / FREIWILLIGES KULTURELLES JAHR (FKJ)

Diese Dienste bieten jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren die Möglichkeit, sich sozial, ökologisch oder kulturell zu engagieren und gleichzeitig erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Sie stärken dabei persönliche Kompetenzen, entwickeln soziale Reife und verbessern häufig auch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Als Dauer sind 6 bis 18 Monate möglich.

BUNDESFREIWILLIGENDIENST (BFD)

Der BFD steht allen Altersgruppen offen und ist inhaltlich dem FSJ, FÖJ oder FKJ ähnlich. Er kann ebenfalls zur beruflichen Orientierung beitragen und in vielen Fällen Wartezeiten sinnvoll überbrücken.

Praktika

Durch verschiedene kurzzeitige oder auch länger dauernde Praktika kann Ihr Kind Einblick in unterschiedliche Berufe und Branchen gewinnen. Gleichzeitig lassen sich Kontakte zu möglichen Ausbildungsbetrieben knüpfen. Praktika zeigen zudem Eigeninitiative und Engagement. Beides sind wichtige Faktoren für künftige Bewerbungen.

Nachhilfe und schulische Förderung

Wenn mangelnde schulische Leistungen ein Grund für Absagen auf Bewerbungen waren, kann gezielte Nachhilfe sinnvoll sein. Viele Bildungsträger oder die Arbeitsagentur bieten Förderunterricht an, um Schulstoff aufzufrischen und sich gezielter auf die Anforderungen einer Ausbildung vorzubereiten.

Bewerbungshilfe und Coaching

Es kann hilfreich sein, professionelle Unterstützung bei der Optimierung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche in Anspruch zu nehmen. Hier helfen u. a.:
  • Berufsberater und Berufsberaterinnen der Agentur für Arbeit
  • Jugendberufsagenturen
  • Schulen (zum Beispiel Beratungslehrer oder Schulsozialarbeiter)
  • Freie Träger mit Angeboten zum Bewerbungscoaching

Alternative Bildungswege und Selbststudium

DUALES STUDIUM

Für leistungsstarke Jugendliche mit (Fach-)Abitur kann ein Duales Studium eine interessante Alternative sein. Es ist eine Kombination aus Studium und Praxisphasen in einem Unternehmen, dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit einem Bachelor ab.

ONLINE-WEITERBILDUNGEN

Zahlreiche Plattformen bieten kostenlose oder kostengünstige Online-Kurse zu berufsrelevanten Themen wie IT, Sprachen, kaufmännischem Wissen oder Soft Skills an. Diese Eigeninitiative kann im Lebenslauf einen positiven Eindruck hinterlassen.

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